Senf


Senf

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Senf [zɛnf], der; -[e]s, -e:
a) in verschiedenen Arten wachsende Pflanze, aus deren Samenkörnern der Senf (b) hergestellt wird:
Weißer Senf.
Zus.: Ackersenf.
b) aus dem gemahlenen Samen des Senfs (a) hergestellte gelbliche, breiige, scharf schmeckende Paste, die zu bestimmten Fleischgerichten gegessen wird:
Rouladen mit Senf bestreichen; Bratwurst mit viel Senf essen; von dieser Firma gibt es zwei Senfe: einen süßen und einen scharfen.

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Sẹnf 〈m. 1
1. aus den Samen des weißen Senfes gewonnenes Gewürz; Sy Mostrich, Mostert
2. 〈kurz für〉 Ackersenf
● ich habe auch meinen \Senf dazugegeben 〈umg.〉 mich, meine Meinung dazu geäußert; mach keinen langen \Senf! 〈fig.; umg.〉 unnützes langes Gerede; milder, scharfer, süßer \Senf; Schwarzer \Senf zur Gewinnung von Senföl angebaute Heilpflanze: Brassica nigra; Weißer \Senf Kreuzblütler mit gelblich weißen, in Schoten enthaltenen Samen: Sinapis alba; Bockwurst mit \Senf [<mhd. sen(e)f <ahd. senef, asächs. senap <lat. sinapi <grch. sinapi, got. kaurno sinapis <grch. kokkon sinapeos]

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Sẹnf , der; -[e]s, -e [mhd. sen(e)f, ahd. senef < lat. sinapi(s) < griech. si̓napi, viell. aus dem Ägypt.]:
1. aus gemahlenen Senfkörnern mit Essig u. Gewürzen hergestellte gelbbraune, breiige, würzig bis scharf schmeckende Masse:
scharfer, milder, bayrischer, französischer S.;
ein Glas, eine Tube S.;
zu Weißwürsten gehört süßer S.;
[überall] seinen S. dazugeben (ugs.; [ungefragt zu allem] seine Meinung sagen, seinen Kommentar geben);
einen langen S. machen (ugs.; unnötig viel Worte machen).
2. Pflanze, aus deren in Schoten enthaltenen Samenkörnern Senf (1) hergestellt wird.

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Senf
 
[althochdeutsch senef, über lateinisch sinapi(s) von gleichbedeutend griechisch sínapi],
 
 1) Sinapis, Gattung der Kreuzblütler mit etwa zehn Arten in Europa und im Mittelmeerraum; einjährige oder ausdauernde Kräuter mit ungeteilten oder leierförmig-fiederspaltigen bis fiederteiligen Blättern und meist gelben Blüten. Bekannte Arten sind: Ackersenf (Sinapis arvensis), bis 80 cm hoch, gelb blühend; v. a. auf Äckern, Schuttplätzen und an Wegrändern; Weißer Senf (Sinapis alba), 30-60 cm hoch; häufig verwilderte Kulturpflanze, deren kugelrunde, etwa 2 mm große, weißlich bis gelb gefärbte Samen (Senfkörner, mit dem darin enthaltenen Senfölglykosid Sinalbin) als Gewürz und zur Herstellung von Tafelsenf verwendet werden. - Im Altertum scheinen Senfsamen zunächst als Gewürz, später auch als Heilmittel verwendet worden zu sein. Das erste Rezept zur Bereitung von Speisesenf stammt von Columella. Im Mittelalter breitete sich der Senfpflanzenanbau von arabischen Pflanzungen in Spanien auf West- und Mitteleuropa aus. Die aus gemahlenen Senfkörnern und Essig hergestellte Würzpaste (Tafelsenf, je nach Zutaten süß bis sehr scharf) wird regional auch Mostrich genannt.
 
 2) allgemeine Bezeichnung für einige Arten der Gattung Kohl (Brassica), z. B. Schwarzer Senf, Indischer Senf, aus deren Samen Tafel- und Speisesenf hergestellt wird.
 

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Sẹnf, der; -[e]s, -e [mhd. sen(e)f, ahd. senef < lat. sinapi(s) < griech. sínapi, viell. aus dem Ägypt.]: 1. aus gemahlenen Senfkörnern mit Essig u. Gewürzen hergestellte gelbbraune, breiige, würzig bis scharf schmeckende Masse: scharfer, milder, bayrischer, französischer S.; ein Glas, eine Tube, ein Teelöffel S.; zu Weißwürsten gehört süßer S.; S. auf den Teller klecksen; Würstchen mit S.; Ü Sie geben jetzt also den ganzen S. (abwertend; das alles, die ganze Geschichte) an den Süddeutschen Rundfunk durch (Molsner, Harakiri 124); *[überall] seinen S. dazugeben (ugs.; [ungefragt zu allem] seine Meinung sagen, seinen Kommentar geben): Manchmal gab der Alte seinen S. dazu, empfahl Vollwandträger statt Fachwerkbinder ... (Bieler, Bär 168); Ich wollte schon gehen, aber Angie Dundee musste seinen S. noch dazugeben (Spiegel 43, 1975, 95); einen langen S. machen (ugs.; unnötig viel Worte machen): mach keinen langen S. und komm mit. 2. (in verschiedenen Arten, vor allem im Mittelmeerraum wachsende) Pflanze, aus deren in Schoten enthaltenen Samenkörnern ↑Senf (1) hergestellt wird.

Universal-Lexikon. 2012.

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  • senf — sȅnf m <N mn ovi> DEFINICIJA kulin. začinski namaz od mljevenog zrna gorušice, soli, octa i drugih sastojaka; gorušica ETIMOLOGIJA njem. Senf ← stvnjem. senef ≃ lat. sinapi ← grč. sínapi …   Hrvatski jezični portal

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  • Senf — (Sinapis L), Gattung der Kruziferen, ästige aufrechte Kräuter mit leierförmigen Blättern, gelben Blüten, schlank abstehenden oder zurückgekrümmten Fruchtstielen und linealischen oder länglichen Schoten mit schwertförmigen oder zusammengedrückt… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Senf — Senf, Pflanzenarten (schwarzer und weißer S.), s. Brassica und Sinapis [Abb. 1742]. Das S. oder Mostrich genannte breiartige Gewürz wird aus dem Samen beider Arten durch Vermischung mit Essig, Most, saurem Wein oder Wasser und Zucker sowie… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Senf — (Sinapis), Pflanzengattung aus der Familie der Cruciferae (s. d.); der weiße S., mit gelben Blumen, gelblichem Samen, wächst auch in Deutschland wild, gibt gutes Oel; der schwarze S., wird bis 4 hoch, hat braunen Samen, wird mehr als der weiße zu …   Herders Conversations-Lexikon

  • Senf — Sm std. (9. Jh.), mhd. senef, ahd. sen(e)f, as. senap Entlehnung. Wie ae. senep und gt. sinap(is) entlehnt aus l. sināpi n., das aus gr. sínapi entlehnt ist. Auch dieses ist (aus einer unbekannten Sprache) entlehnt. Mit dem Wort wird seit alter… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Senf — Egalement écrit Senff, le nom désigne en allemand la moutarde (surnom pour un producteur ou un marchand de moutarde). Le nom Senft peut avoir le même sens, mais peut aussi correspondre au moyen haut allemand senfte (= doux, agréable, aimable, cf …   Noms de famille